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KAMOV Ka-50 "Hokum"

gebaut von Christian Jakl (1:48)

 
 
KAMOV Ka-50
Der Kamov Ka-50 ist ein einsitziger russischer Kampfhubschrauber mit Koaxialrotor. Die gegenläufig rotierenden Hauptrotoren ermöglichen dabei auf den Heckrotor zum Drehmomentausgleich zu verzichten. Damit ist er auch in der Lage Kunstflugmanöver zu fliegen. Der Ka-50 war der erste Hubschrauber mit Schleudersitz. Beim Auslösen werden die Hauptrotoren abgesprengt.

Seit 1995 wird der Ka-50 von der russischen Armee im aktiven Dienst eingesetzt und kann mit den unterschiedlichsten Waffen ausgestattet werden. Hauptsächlich wird er für die Panzerbekämpfung eingesetzt. Aus der Ka-50 wurde eine zweisitzige Version - Kamow Ka-52 Alligator - abgeleitet. Lange Zeit lag dieser Bausatz vergessen (und verstaubt) in meinem Regal – irrtümlich geschenkt bekommen – zu einer Zeit, wo ich nur Modelle der Weltkriegsepoche baute. Damals wäre mir nie der Gedanke gekommen, einen modernen Helikopter in Angriff zu nehmen. Das Verlangen bekam ich erst bei diversen Ausstellungen, wo zahlreiche Hubschrauber zu sehen waren die Laune machten auch einen zu bauen ...


Der Bausatz - böses Erwachen

Sehr umfangreich war der Bausatz nicht. Zwei Spritzgußbögen in Schwarz und ein kleinerer für die Klarsichtteile. Da ich so gut wie keine Ahnung hatte, wie so ein Hubschrauber im Original aussieht und auf was alles zu achten ist, begann ich mit der Suche nach brauchbaren Bildern im Internet. Es war nicht leicht, denn viele Bilder gab es nicht. Bei weiterem Durchstöbern suchte ich auch gleich nach Zubehör. Fündig wurde ich nur bei Eduard (Artikel 48180) – kein anderer Hersteller produziert Teile für den Kamov Ka-50. Es machte den Eindruck, daß dieses Flugmuster in der Modellbauszene eher ein Schattendasein führt. Gut, macht die Sache nur leichter, dachte ich. Der Vergleich zwischen Bildern vom Original und Bausatz zeigte aber ein anderes Bild. Die einzelnen Teile waren zwar sauber gefertigt aber bei den Details wurde kräftig gespart. Die fehlenden Teile ließen sich nicht einmal mit den Eduardteilen ausreichend ergänzen. Es war doch schwieriger als erwartet ...


Der Zusammenbau

Die beiden mit dem Decalbogen möglichen Varianten dienten dem Hersteller Kamov für Demonstrations-
zwecke, waren also keine Einsatzmaschinen. Eine davon (Black Shark) war der Grund für den schwarz gefärbten Kunststoff, der sich beim Schleifen als ziemlich lästig und unübersichtlich erwies, da die angeschliffenen Flächen das Blickfeld eintrübten. Wie üblich waren die Abziehbilder von Revell überkomplett und sauber gedruckt - Bravo! Um meine Version (den "Werewolf") zu realisieren, mußte das ganze Modell mehrmals hell grundiert werden um späteres Vorschattieren möglich zu machen – gilt auch für alle Kleinteile des Ka-50. Alle erhabenen Nieten und Gravuren wurden abgeschliffen und neu gebohrt bzw. graviert. Große Spalten tauchten zwischen Rumpf, Motorabdeckung sowie bei den Stummelflügeln auf. Zusätzliche Platten sowie alle Haltegriffe wurden neu angefertigt.

Komplett neu aufgebaut wurden: die Bugkamera, Lufteinlässe der Motoren und die komplette Verglasung der Kanzel. Letztere erwies sich als besondere Herausforderung. Da sie mit dem Original überhaupt nicht übereinstimmte und um satte 2mm zu kurz war, blieb mir nichts anderes über als die Klarsichtteile komplett abzuschleifen, polieren und die Verstrebungen aus Evergreen Plastikplatten nachzubauen. Teile im Cockpit wurden mit dem Eduardteilen entweder ergänzt oder ersetzt. Den Rest mußte ich anhand der wenigen Bilder die ich vom Innenraum hatte aus diversen Materialien nachbauen. Auch die angegebenen Farben stimmten nicht mit den Fotografien überein.

Bewaffnung und Rotoren

Hier war einiges an Arbeit zu erledigen. Die 30mm-Kanone 2A42 wurde zwar schön aus Kunststoff geformt, doch fehlten alle Details wie Hydraulikschläuche und Elektroverkabelungen. Dem Hersteller kann kein Vorwurf gemacht werden, denn diese Verkabelungen sind sehr komplex und aus Plastik kaum realistisch darstellbar. Die beiden S-8 80mm Raketenbehälter wurden nur leicht überarbeitet und die Rohre durch Messing ersetzt, denn die Bausatzteile wiesen auf keine Öffnungen auf. Bei den Rotoren gab es zu meiner Überraschung mehr zu tun als glaubte. Auch die Mechanik der Rotoren haben Verkabelungen, Nieten und Schrauben. Zuletzt mußten die einzelnen Rotorblätter noch gebogen werden, da bei abgestellten Motoren die Schwerkraft die Blätter leicht nach unten neigt.
 
 
 
 

KAMOV Ka-50 "Hokum" (1:48)

 
  Modell: Christian Jakl, Modellfotos: Wolfram Bradac  
     
 
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(zum Vergrößern Bilder anklicken)
 
 
 

Fazit

Der Bausatz ist nicht schlecht, er ist aus einer Zeit wo Modellbau noch nicht von Detailfanatikern betrieben wurde. Leider sind einige Paßungenauigkeiten heftig ausgefallen und werden bei Amateuren schnell zur Frustration führen. Für den Geübten oder Profi, dem kaum noch was überraschen kann ist er sehr zu empfehlen, da einiges noch gelernt werden kann. Der exakt selbe Bausatz wird von Revell/Monogram und Italeri angeboten. Auf jeden Fall kann man mit viel Bildmaterial vom Original und hohem Arbeitsaufwand ein gutes Ergebnis erzielen. Für mich war es ein interessanter Einstieg in die Welt der Rotoren und ich werde wieder einen bauen.

Und für alle die viel Erfahrungen mit diesen Senkrechtstartern haben und den einen oder anderen Fehler finden sei gesagt es war mein Erster und außerdem ist es nicht so wichtig wie manche glauben ...
 
 
 
 
 
  über den Erbauer      
 

Christian Jakl

     
         
  1971 in Wien geboren, wohne ich jetzt inmitten der Berge Tirols. Ich bin im Marketing beschäftigt und befasse mich mit Grafikdesign und Layout. Über Schiffe, Automobile und Jets in meiner Jugend bin ich letztendlich bei den Flugzeugmodellen gelandet, Schwerpunkt deutsche und sowjetische Luftwaffe. Am liebsten beschäftige ich mich mit dem Dioramenbau in 1:48, da ich dort vieles selbst anfertigen und meiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Das Ausprobieren neuer Techniken und Möglichkeiten Bausätze mit anderen Produkten zu kombinieren und mit verschiedenen Werkzeugen zu bearbeiten, habe ich mir zur Aufgabe gemacht - zu lernen gibt es ständig.

Es ist mir nicht wichtig ob das eine oder andere Detail an der richtigen Stelle sitzt, das Endergebnis muss stimmen. Wenn jemand vor einem meiner Modelle steht und begeistert ist, dann habe ich den Job gut gemacht. Das einzige Problem, und da werde ich wohl nicht alleine sein, ist der Zeitfaktor. Ich wünsche jedem viel Spaß mit dieser Seite und würde mich über Kritiken aller Art freuen.
  Christian Jakl  
         
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wurde zuletzt geändert am: 08.01.2008
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